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Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel war ein staatlich getragenes Dreispartentheater mit den Abteilungen Musiktheater, Schauspiel und Tanz. 1954 wurde der Grundstein nach Plänen Hans Scharouns gelegt, der mit Hermann Mattern und Willem Huller den zur Gestaltung des Staatstheaters ausgeschriebenen Architektenwettbewerb des Landes Hessen gewann. Die Arbeiten mussten aufgrund zu hoher Kosten jedoch kurz darauf eingestellt werden.

Erst 1959 kam es zu der Fertigstellung des Neubaus nach dem Entwurf des Kasseler Architekten Paul Bode. Das Staatstheater bestand aus einem „Großen Haus“ und einem „Kleinen Haus“, die später mit Opern- und Schauspielhaus bezeichnet wurde. Das Gebäude entstand am Friedrichsplatz, in der Nähe des Preußischen Staatstheaters (1907-1943), das 1943 im Krieg starke Schäden erlitten hatte und in der Nachkriegszeit abgerissen wurde. Mit dem Entwurf verfolgte Bode die Stilrichtungen des Funktionalismus, des Rationalismus und des organischen Bauens, wodurch das Gebäude stark durch seine konvexen und konkaven Formen und seine kubischen und rechtwinkligen Baukörper geprägt wurde. Der Künstler Blasius Spreng war maßgeblich an der Gestaltung des Foyers und des Zuschauerraums beteiligt. 1983 folgte die Eröffnung des Theaters im Fridericianum, kurz „tif“ genannt, als dritte Spielstätte.

Zur ersten documenta veranstaltete das Staatstheater Kassel die „Woche des modernen Theaters“. Neben Schauspielen von Franz Kafka, Elliot Giraudeaux und Garcia Lorca wurden dort auch Opern von Paul Hindemith, Arnold Schönberg sowie Igor Strawinsky präsentiert.