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Staatliche Bauhochschule Weimar

Die Staatliche Bauhochschule Weimar war die Nachfolgeeinrichtung des Bauhauses Weimar. Otto Bartning erarbeitete das Konzept für eine "Bauakademie“ in Weimar und wurde am 22. März 1926 deren Direktor. Grundsätzlich war das Konzept dem des Bauhauses verwandt, doch ihr Ziel war die Vereinigung aller Handwerke im Bau. Zentrum der Ausbildung war also die Architekturabteilung, die am Weimarer Bauhaus noch gefehlt hatte. Deren Leitung oblag Ernst Neufert.

Der Bauabteilung zugeordnet waren die Werkstätten, die nicht nur als Lehr-, sondern zugleich als Produktivbetriebe fungierten, wo Unikate und Industriemodelle sowie die Ausstattung für Bauten verwirklicht wurden. Die Ausbildung war im Vergleich mit dem Bauhaus praxisbezogener: Ziel war es, die Lehrlinge an konkreten Bauprojekten zu schulen. Viele ehemalige Bauhäusler, die den Umzug nach Dessau nicht mittragen wollten, traten 1926 in die Staatliche Bauhochschule Weimar ein. Zu den ersten Mitarbeitern zählten Otto Lindig, Erich Dieckmann, Wilhelm Wagenfeld und Richard Winkelmayer, ferner Ewald Dülberg und die Weberin Hedwig Heckemann. Stilistisch offenbart der direkte Vergleich mit den Bauhaus-Arbeiten eine weniger experimentelle Ausrichtung. 1930 wurde die Staatliche Bauhochschule Weimar durch die Staatliche Hochschule für Baukunst, bildende Künste und Handwerk ersetzt, Paul Schultze-Naumburg löste Otto Bartning als Direktor ab.