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Krolloper

Die Krolloper in Berlin diente lange vor ihrer Nutzung als Opernhaus als Vergnügungsetablissement, Komödienbühne sowie als Textillager. 1841 beauftragte Friedrich Wilhelm IV. Joseph Kroll mit dem Bau eines Ortes vornehmer Geselligkeit, welcher 1944 im heutigen Berliner Ortsteil Tiergarten eröffnet wurde. Es entstand eine schlossartige Anlage mit Platz für 5.000 Gäste, die verschiedene Veranstaltungen bot. Nach dem Tod Joseph Krolls übernahm seine Tochter Auguste den Betrieb und veranstaltete Gewerbeausstellungen sowie erste Opern in dem Gebäude. 1855 musste der Betrieb schließen.

Ab 1896 wurde das Gebäude erstmals als staatliches Opernhaus unter dem Namen „Neues Königliches Operntheater“ geführt. Seine Hochzeit hatte die Krolloper von 1927-1931 unter der Leitung des Dirigenten Otto Klemperer. In den vier Jahren seiner Tätigkeit präsentierte er 44 Uraufführungen, u.a. von Arnold Schönberg, Ernst Krenek, Paul Hindemith sowie Igor Strawinsky und Leoš Janáček. Sein Ziel war es, die Oper als Kunstgattung wieder interessant zu machen und traditionelle Opern an die neue Zeit anzupassen. Zu diesem Zweck arbeiteten viele bekannte Persönlichkeiten der Zeit dort, u.a. Gustaf Gründgens und Hans Curjel als Regisseure und Caspar Neher, László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer und Giorgio de Chirico als Bühnenbildner. Im Zweiten Weltkrieg unterlag die Krolloper dem NS-Regime, die letzte Vorstellung fand am 3. Juli 1931 statt. Sie wurde als Reichstagssitzungsgebäude genutzt und 1943 durch Luftangriffe so stark beschädigt, dass es 1951 zum endgültigen Abriss des Gebäudes kam.